Finden Sie hier Begriffsklärungen rund um das Thema Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitssoftware.

Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit beschreibt einen dauerhaften Ansatz zur schonenden Nutzung von Ressourcen. Die Bewahrung ökologischer, sozialer sowie ökonomischer Systeme und Lebewesen wird in den Fokus gerückt und soll maximal gewährleistet werden. Der Begriff der Nachhaltigkeit geht dabei bis auf das Jahr 1713 zurück und wurde damals im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft verwendet.

In jüngerer Zeit wird der Begriff der Nachhaltigkeit zunehmend im Kontext sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit benutzt. Man spricht dabei auch vom Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit.

Neben der ressourcenschonenden Nutzung von Ökosystem, Sozialsystemen geht es dabei auch häufig um den Aufbau von wirtschaftlich nachhaltigen Systemen. Der Begriff der Generationengerechtigkeit, bei dem unser Handeln dem der folgenden Generationen nicht schadet, kommt zunehmend in den Vordergrund.


Welche Nachhaltigkeitsstrategien gibt es?

Meist wird von den 3 Strategien, Suffizienz, Effizienz und Konsistenz gesprochen. Die Suffizienz beschäftigt sich mit der Verringerung von Konsum und somit auch der Produktion (z.B. weniger Konsum von Rindfleisch). Die Effizienz fordert eine bessere Nutzung von Rohstoffen und Energie. Die Konsistenz geht auf den Kreislauf von wiederverwertbaren, natürlichen Stoffen ein und beschäftigt sich daher insbesondere auch mit der Müllvermeidung und dem Recycling.


Wo ist der Unterschied zwischen Nachhaltigkeit und Sustainability? Und was ist eigentlich die Sustainability Transition?

Nachhaltigkeit oder Nachhaltigkeitsmanagement wird häufig synonym zu Sustainability Management vewendet. Der Begriff Sustainability ist die Englische Bezeichnung des Begriffs der Nachhaltigkeit. Analog zur digitalen Transformation wird im Zuge der Nachhaltigkeit vermehrt von der Sustainability Transition gesprochen. Unternehmen und Organisationen die eine Sustainability Transition Ansatz verfolgen führen zunehmend Maßnahmen und Kontrollmöglichkeiten ein, um ihre Organisation in Bezug auf die drei Nachhaltigkeitsbereiche hin zu optimieren. Die Sustainability Transition kann als einer der wichtigsten zukünftigen Unternehmensansätze erachtet werden, die es zu verfolgen gilt. Strategieexperten in innovativen Unternehmen spreche häufig bereits davon, dass die Sustainability Transition einen mindestens adäquaten Impact auf die Gesellschaft hat, wie die digitale Transformation.


Was ist eine Nachhaltigkeitssoftware bzw. eine Software zum Nachhaltigkeitsmanagement?

Der Begriff Nachhaltigkeitssoftware (häufig auch Green IT) kann eine ressourcenschonende Software sein (z.B. optimierte Serverlast, Cloudcenter in kalten Regionen, nieder-frequentierte Updates, …). Diese Definition ist vorwiegend im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit anzutreffen. Häufig wird solch nachhaltige Software mit einem Label, wie bspw. der Blaue Engel, das EU-Ecolabel, natureplus, Energy Star, FSC oder das österreichische Umweltzeichen gekennzeichnet. Ein solches Umweltzeichen wie der Blaue Engel kann den Wert einer Nachhaltigkeitssoftware nachhaltig steigern.

Parallel zu dieser Definition kann der Begriff der Nachhaltigkeitssoftware jedoch auch auf einer Meta-Ebene betrachtet werden. Erfolgt dies dann wird schnell klar, dass mit Nachhaltigkeitssoftware in der Praxis vor allem auch Software bezeichnet wird, die ein effizientes Management von Nachhaltigkeit ermöglicht. Dies umfasst in der Regel das Management von Erhebungs-Workflows im Rahmen der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten, aber auch das kontinuierliche Tracking von Nachhaltigkeit, über die Wertschöpfungsketten des Unternehmens hinweg.


Was sind die Hauptvorteile einer Nachhaltigkeitssoftware?

Eine Nachhaltigkeitssoftware hat viele Vorteile, die sich insbesondere im Reporting des Nachhaltigkeitsstatus verdeutlichen. Häufig können durch smarte Nachhaltigkeitssoftware Insellösungen, manuelle Word-Listen und Excel-Tabellen abgelöst werden. Ein integratives Nachhaltigkeitsmanagement, welches in Echtzeit bzw. real-time einen Stand liefert, wird möglich. Meist ist eine Nachhaltigkeitssoftware als zentrale server- oder webbasierte Software-Lösung aufgesetzt. Vordefinierte User Interfaces zur Erhebung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Handlungsfelder helfen bei der schnellen und zielgenauen Befüllung. Eine gemeinsame Software-Plattform im Nachhaltigkeitsbereich hilft Nachhaltigkeitsmanagern beim schnellen und effizienten Kommunizieren mit allen Stakeholdern, insbesondere Vorstand und Shareholdern. Der Informationsaustausch sowie die Zusammenarbeit im Unternehmen wird gebündelt auf den digitalen Kanal der Nachhaltigkeitssofware.

Zusammengefasst sind die Vorteile einer Nachhaltigkeitssoftware: Zentrale und automatisierte Berichterstattung, voreingestellte Berichtsabfolge / Workflows und Nachhaltigkeits-Indikatoren, hohe Datenqualität über alle Unternehmensbereiche hinweg, real-time bzw. Echtzeit Auswertungen und Berichterstellung.


Warum benötigt eine Nachhaltigkeitssoftware ein Workflow-Management?

Ein softwarebasierter Workflow zum Nachhaltigkeitsmanagement hilft Nachhaltigkeitsmanagern und Nachhaltigkeits-Controllern, regelmäßig wiederkehrende Abfragen und Routinen in der Erhebung des Nachhaltigkeits-Status zu automatisieren. Zudem werden zu erhebende Indikatoren vorab festgelegt und es erfolgt eine genormte Abfrage über Softwarelösungen. Insbesondere bei großen Unternehmen und Unternehmen mit globalen, lieferantenübergreifenden Wertschöpfungsketten, wird das Thema des Nachhaltigkeitsmanagements hoch-komplex und zeitaufwendig. Automatisierte Nachhaltigkeits-Workflows helfen bei der Erhebung. Jeder im Workflow, egal ob intern oder extern beim Lieferanten (Tier 1, Tier 2, Tier 3) wird automatisch zur Nachhaltigkeits-Berichterstattung aufgefordert. Meist erfolgt dies über webbasierte Software Formulare und Eingabemasken, die ein real-time Reporting der Nachhaltigkeitsmaßnahmen ermöglichen.


Was ist der GRI Standard? Und was ist eine GRI-zertifizierte Software?

Der GRI Standard ist ein globaler Reporting Standard im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements. Der GRI Standard bietet eine modulare und verknüpfte Struktur zum Erfassen und Berichten von Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Der GRI Standard orientiert sich an globalen Best-Practice Beispielen zum Reporting von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen und deren Impact. 

GRI zertifizierte Software und Tools ermöglichen es Organisationen, nach dem GRI Standard zu berichten und helfen bei der diesbezüglichen strukturierten Datenerfassung. Um als Software ein GRI zertifiziertes Siegel zu erhalten, muss der relevante Reporting-Content korrekt sein. Zudem muss es Organisationen möglich sein, ein belastbares und transparentes Nachhaltigkeitsreporting durchzuführen.


Was ist das Lieferkettengesetz?

Der Begriff Lieferkettengesetz ist derzeit noch ein Arbeitstitel für eine Gesetzesidee – Diese Idee soll dann den Verkäufer bzw. Hersteller dazu „zwingen“ die Verantwortung für alle Produktionsschritte, Dienstleistungen und Rohstoffe zu übernehmen. 

Das soll dann dazu führen, dass der Endkunde einen Ansprechpartner bzw. Verantwortlichen für seinen Einkauf hat. Dieser Ansprechpartner ist dann z.B.

für die Arbeitsbedingungen bei der Stoffherstellung und das Nähen von Kleidung,für die Umweltschäden beim Abbau der Rohstoffe undfür die faire Entlohnung aller Mitarbeiter der gesamten Lieferkette (auch z.B. bei der Lieferung) verantwortlich.